Im September 2022 warnte der Deutsche Apothekerverband vor ernsten Problemen bei der Arzneimittelversorgung. Hiervon waren nicht nur spezielle Medikamente betroffen. Die Lieferausfälle betrafen z.B. gängige Mittel gegen Bluthochdruck und Diabetes. Besonders bei der Versorgung mit Kinderarzneimitteln spitzte sich die Lage im Dezember zu.
Fiebersenkende Mittel für Kinder mit den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen waren zeitweise nicht lieferbar und die Lager der Apotheken waren leer. Auch in der Onkologie kam es zu kritischen Lieferengpässen. Krebstherapeuten/innen sendet zu beginn des Jahres Not-Signale an die Politik. Es gibt verschiedene Gründe für Lieferengpässe von Arzneimitteln:
  • Abhängigkeit von Wirkstoff-Produzenten im Ausland (70% in Asien).
  • Für manche Wirkstoffe gibt es oft nur noch wenige, manchmal sogar nur noch einen Produzenten.
  • Die Preise für Arzneimittel sind reguliert, Hersteller können höhere Kosten, zum Beispiel für Energie und Materialien, nicht einfach an Kunden weitergeben. Rabattverträge, Festbeträge oder Preismoratorien schränken den Spielraum der pharmazeutischen Industrie ein. Das macht die Herstellung unwirtschaftlich und Anbieter ziehen sich zurück.
Nun arbeitet die Politik an einem Gesetzesentwurf, um dem Lieferengpass entgegenzuwirken. Zudem werden Maßnahmen wie Stärkung der Lieferkettenresilienz, Erhöhung von Lagerbeständen, Schaffung von Reserve- Produktionskapazitäten getroffen. Dieses Vorhaben wird mehr Kosten für die Patienten/innen mit sich ziehen.
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